Vortrag mit Antke Engel (Institut für Queer Theory, Berlin)

26.10.2017 18:15

"Macht- und herrschaftskritische Ansätze der Queer Studies"

Heteronormativitätskritik, also die Kritik an rigider Zwei-Geschlechter-Ordnung und Dominanz des Heterosexuellen, ist zentrales Anliegen der Queer Studies. Ich schlage vor, dem Begriff der „Heteronormativität“ den des Begehrens als weiteres Konzept queerer Analyse und Kritik zur Seite zu stellen. Denn Begehren kann sowohl die Reproduktion heteronormativer Verhältnisse erklären als auch als Modus der Veränderung fungieren, wenn Begehren neue, unerwartete (intime, soziale und kulturelle) Verbindungen stiftet. Da Veränderung jedoch nicht ohne (inneren und äußeren) Widerstand erfolgt, kommen Konflikte ins Spiel.

Wie lassen sich diese inneren und äusseren Konfliktlinien fassen, mit denen sich die Queer Studies derzeit auseinandersetzen? Wie zeigen sich diese im Hinblick auf Gleichstellungspolitik und Rassismus? Dies sind nur einige der kontroversen Themen, die heute innerhalb der Gender und Queer Studies, aber auch in einer breiteren medialen Öffentlichkeit diskutiert werden. Argumentieren möchte ich, dass die Begriffe Heteronormativität, Begehren und Konflikt gerade in Kombination queere Macht- und Herrschaftsanalyse ermöglichen, die es erlaubt, diese politischen Kontroversen klarer zu umreissen und fairer auszutragen.

Datum:
26. Oktober 2017, 18:15 Uh

Ort: Rheinsprung 9/11, Hörsaal -101 (mit anschliessendem Apéro)

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