Neues aus der Forschung

Wir freuen uns, Ihnen in der Rubrik "Neues aus der Forschung" Forschungsergebnisse von Mitarbeitenden und assoziierten Wissenschaftler_innen des Zentrum Gender Studies zu präsentieren.

 

The Promise of Diversity 
Wasser, Nicolas (2017): How Brazilian Brand Capitalism Affects Precarious Identities and Work

Nicolas Wasser critically examines how sexual and racial identities are currently being articulated through capitalist brands and labor. On the basis of an ethnographic case study about a Brazilian fashion enterprise, he shows how young – lesbian, gay and black – sales employees align themselves with the ambivalent promises put forward by diversity management. Their affective labor, the study argues, is at the center of new and globally unfolding regimes of the precarious. Readers will thus find a rich sociological account from the Global South on how neoliberal logics of self-optimization both traverse and fuel the aspirations of the minoritized.

 

Hardcore & Gender
Schulze, Marion (2015): Hardcore & Gender.

Soziologische Einblicke in eine globale SubkulturObwohl »Subkulturen« seit den 1940ern Jahren intensiv erforscht werden, wissen wir immer noch wenig über die Geschlechterarrangements in diesen Welten. Wie wird dort Geschlecht organisiert und verhandelt? Marion Schulze geht dieser Frage am Beispiel von Hardcore(-punk) nach und greift hierzu auf die Ergebnisse einer siebenjährigen, multi-situierten und partizipierenden Feldforschung zurück. Zudem zeigt sie auf, welcher theoretischen und analytischen Werkzeuge es bedarf, um Geschlecht in Subkulturen angemessen zu untersuchen, und entwickelt hierzu einen theoretischen Rahmen für nachfolgende Forschungen.

Marion Schulze, Soziologin, ist Oberassistentin für Geschlechterforschung an der Universität Neuchâtel, Schweiz.

 

Das Maß der Liebe
Zimmermann, Dominique (2015): Das Maß der Liebe. Plädoyer für ein subversives Nein.

Mit Beiträgen von Ayşegül Şah Bozdoğa

Eine wesentliche Motivation des Buches besteht darin, den Verwechslungen, die der Liebesbegriff provoziert, auf die Spur zu kommen. Denn das, was wir Menschen üblicherweise von Liebesbeziehungen erhoffen, führt nicht selten zu grossem Leid und Einsamkeit, zu Streit und Eifersucht, also den Schattenseiten des positiv assoziierten Begriffs. Oft erwarten wir von den geliebten Menschen mehr, als uns zusteht. Indem wir unsere Liebespartner festhalten oder besitzen wollen, zerstören wir das, was eigentlich möglich wäre. Das gilt zwar seit der Etablierung der romantischen Liebe als menschlich, ist deswegen aber noch lange nicht akzeptabel. „Das Mass der Liebe“ möchte dazu animieren, uns selber und andere so zu lieben, wie das tatsächlich möglich ist und die Verunmöglichungen anzunehmen, indem der totalitäre Anspruch auf ein Ja aufgegeben wird. 

Lic.Phil. Dominique Zimmermann (1972), Philosophin, Schriftstellerin und Journalistin, lebt und arbeitet in Basel. Seit 1999 Tätigkeit als Philosophische Praktikerin ( www.philochora.ch). Schwerpunkte: Sexualität und Beziehungen, Polyamorie. Redaktionsmitglied von moneta, unabhängige Kundinnenzeitschrift der Alternativen Bank Schweiz AG. Diverse Publikationen, u.a. „Die andere Beziehung. Polyamorie und Philosophische Praxis“, Schmetterling Verlag 2012.

 

Affekt und Geschlecht
Angelika Baier, Christa Binswanger, Jana Häberlein, Yv E. Nay & Andrea Zimmermann (2014): Affekt und Geschlecht : Eine Einleitung in Affekt-Theorie aus einer feministischen, queeren und post/kolonialen Perspektive

Die Anthologie führt in Felder der im anglophonen Raum intensiv diskutierten Affect Studies ein. Der feministischen, queeren und rassisierungskritischen Tradition von Affect Studies folgend, formuliert die Anthologie das Verhältnis zwischen privatem Erleben und gesellschaftlichen Machtverhältnissen neu, indem sie Affekte als in ihrem persönlichen und individuellen Charakter verflochten mit gesellschaftlichen und politischen Dimensionen denkt. Die Anthologie präsentiert paradigmatische Forschungsfelder der Affect Studies in ihrer Übersetzung und Neuformulierung im deutschsprachigen Raum, wobei sie den Fokus auf Überschneidungen zwischen den Affect Studies sowie feministischer, queerer und post/kolonialer Theoriebildung legt. Damit bietet sie einen Einstieg und Einblick in die interdisziplinär angelegte Theoriebildung und Forschung in den Affect Studies und stellt zugleich deren Bearbeitung, Weiterführung und Umarbeitung im deutschsprachigen Forschungsraum vor. Enthält erstmals ins Deutsche übersetzte Schlüsseltexte von: Sara Ahmed, Lauren Berlant, Mel Y. Chen, Ann Cvetkovich, Elspeth Probyn und Eve Kosofsky Sedgwick.

 

Väter von Teenagern
Baumgarten, Diana (2013): Väter von Teenagern. Sichtweise von Vätern und ihren jugendlichen Kindern auf ihre Beziehung. Leverkusen-Opladen: Budrich Unipress.

 

Familiengründung im Studium
Wehner, Nina (2012): Familiengründung im Studium. Eine Chance für geschlechtergerechte Elternschaft? Leverkusen-Opladen: Budrich UniPress.

 

Das Väter-Handbuch
Baumgarten, Diana; Kassner, Karsten; Maihofer, Andrea; Wehner, Nina (2012): Warum werden manche Männer Väter, andere nicht? Männlichkeit und Kinderwunsch. IN: Walter, Heinz & Eickhorst, Andreas (Hg.): Das Väter-Handbuch. Theorie, Forschung, Praxis. Gießen: Psychosozial-Verlag. S. 415-443.

 

Familie heisst Arbeit teilen
Die Soziologin und Geschlechterforscherin Tomke König hat in ihrem Habilitationsprojekt Prozesse untersucht, in denen Paare mit kleinen Kindern zu einem arbeitsteiligen Arrangement kommen. Die Arbeitsteilung ist heute Gegenstand von Verhandlungen, in denen das Spektrum möglicher Geschlechterarrangements zunimmt. Doch die Veränderungen stossen auch an eine Grenze.

 

Ban Marriage
Die Philosophin und Geschlechterforscherin Sushila Mesquita untersucht in ihrer Dissertation die Gleichstellung homosexueller Paarbeziehungen. Am Beispiel der Ehe und der eingetragenen Partner_innenschaft zeigt sie eine „Normalisierung von Homosexualität“, die von Widersprüchen und Ambivalenzen gekennzeichnet ist.

 

Junge Erwachsene
Die Soziologin und Geschlechterforscherin Karin Schwiter hat die Zukunftspläne junger Frauen und Männer untersucht und kommt zu dem Schluss: Das Primat der Individualität steht bei jungen Erwachsenen an vorderster Stelle, verbreitet ist die Meinung, dass jede/r seines Glückes eigener Schmied sei. Trotz dieser individualisierten Lebenshaltung orientieren sich die meisten von ihnen an fortbestehenden Geschlechternormen.

 

Doppelkarrierepaare (DCC) in der Wissenschaft
Die Studie „Wissenschaft, Partnerschaft, Elternschaft: Doppelkarrierepaare an der Universität St. Gallen“ von Dr. Ulle Jäger untersucht neue Geschlechterarrangements von WissenschaftlerInnen in der Schweiz. Dabei werden allgemeine Trends in Beziehungsformen von AkademikerInnen sichtbar. Bei den so genannten DCCs stellt die Gleichwertigkeit der Berufslaufbahnen beider eine wesentliche Basis der Partnerschaft dar. Das stellt Paare und Arbeitgeber vor neue Herausforderungen.

 

Gendering Terror
In ihrer Anfang 2011 erschienenen Studie „Gendering Terror“ untersucht Dominique Grisard mediale, juristische, polizeiliche und soziale Aspekte des Linksterrorismus der 1970er aus geschlechterpolitischer Sicht. Die Geschlechterperspektive legt offen, dass Terrorismus als staatlicher Kontrollverlust erfahren wurde, aber vor allem auch als Gefahr für die bürgerliche Zivilgesellschaft.